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missnadlpadl erzählt [ Mein erster (Einführungs-) Studientag ]


Um 5 Uhr hat mein Wecker heute geklingelt. Eigentlich - und unter anderen Umständen, wäre ich wahrscheinlich kaum aus dem Bett gekommen, denn ich hatte nicht wirklich viel Schlaf, weil mir so viel im Kopf rumgespuckt ist - aber die Vorfreude überwog und ich war richtig motiviert. Und das um diese Uhrzeit!
Viel zu früh war ich fertig und auch schon am Bahnhof, aber sicher ist sicher, ich wollte meine Züge ja auch nicht verpassen.
Im Zug und um so näher wir unserem Ziel kamen wuchs die Aufregung und ich versuchte mich mit Musik und einem Buch abzulenken. Das klappte auch. So für 5 Minuten, versteht sich.
Aber soll ich euch mal was sagen? München, nein Bayern, ist ein verdammtes Dorf!
Wir groß ist bitte die Wahrscheinlichkeit das ich im Zug eine ehemalige Klassenkameradin wieder sehe und wir das selbe studieren. Und das obwohl sie ein Jahr früher ihren Abschluss gemacht hatte, eine Ausbildung und die Berufsfachhochschule.
(Hier bitte mal die gelernte Wahrscheinlichkeitsrechnung berechnen, Leute! Hätte ich in der FOS mal besser aufgepasst...)
Auf jeden Fall ist mir genau das passiert und schon gleich war da nicht mehr ich alleine, die aufgeregt war, jetzt waren wir zu zweit und auch wenn man damals nicht die engsten Freunde war, so verbindet die ganze Situation einen irgendwie. Zusammen ist man eben weniger allein.
Das erst eisig kalte Wetter verwandelte sich dann auch noch in einen wunderschönen sonnigen Herbsttag, als würde da oben jemand das so planen. Hey immerhin sind wir Religionspädagogikstudenten und haben einen guten Draht nach oben ;)
Dann fing das Programm an und es wurde viel erklärt und sich vorgestellt, die Mensa getestet und Kontakte geknüpft. Wie leicht ist es bitte Leute kennenzulernen? Wir sitzen ja alle irgendwie im selben Boot, viele pendeln so wie ich und auch für viele war dieser Studiengang eigentlich nur zweite Wahl und sind noch nicht so gefestigt in ihrem Glauben. Lauter Leute, die das selbe fühlen wie ich und das selbe durchmachen. 
Die Gespräche fingen eigentlich immer gleich an; woher kommst du, hast du ein Zimmer hier, und wie heißt du eigentlich?! (Diese Frage kam immer sehr viel später, obwohl man schon das halbe Leben ausgetauscht hatte.) Man sitzt einfach neben jemand neues und schon fängt man an zu quatschen. Und alle mit denen ich geredet habe, waren super nett und man war auf der selben Wellenlänge.
Die Professoren waren so von der Vorstellung und auf den ersten Blick sehr nett und sympatisch.
Das Beste an allem war aber wirklich die Stundenplan Planung. Normalerweise wird man da sehr ins kalte Wasser geworfen und man muss sich selbst alles herraussuchen, zusammenstellen und wenn man Glück hat kommt man in alle Vorlesungen und Kurse. Dieses Jahr bei uns Erstis nicht! Ich glaub die Leute wussten das wir alle verzweifeln werden und nur noch rumtelefonieren werden, also wurde uns fast ein kompletter Stundenplan vorgegeben und wir mussten uns nur noch vereinzelnt Vorlesungen selbst aussuchen. Und hey, am Freitag hab ich komplett frei - whooop whooop!
Mir ist so ein Stein vom Herzen gefallen, und den Reaktionen der anderen zu urteilen erging es nicht nur mir so.
Um 18 Uhr ging es wieder in Richtung Heimat und ich war/bin einfach so glücklich. Es war ein perfekter erster Tag. Es kann ruhig so weiter gehen! Die Uni sieht mich dann erst wieder nächste Woche am Dienstag, bis dahin kann ich noch alles auf mich wirken lassen.

Am Samstag hatte ich ja noch so Panik, aber jetzt kann ich mir wieder sagen "Du hast es geschafft. So schlimm war es nicht."

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