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missnadlpadl erzählt [ Getroffen: Mein jüngeres Ich ]

Per Zufall bin ich heute mal auf einer meiner früheren Seiten gelandet, einfach so um mal zu sehen was ich vor 4/5 Jahren zu sagen hatte.
Hier hatte ich auch einen Blog geführt, mehr mit Bildern von Tumblr und irgendwelchen Sprüchen.
Aber oft habe ich auch persönliches von mir preis gegeben.
Während ich also meinem jüngeren Ich dabei zusehen bzw. dabei mitlesen konnte,
was sie beschäftigte, muss ich mich wirklich fragen, was mit ihr passiert ist.
Beschäftigen mit die Themen von damals immer noch? Wie stehe ich heute dazu?
Ganz klar hatte ich damals einen Hang zum Dramatischen.
Alles war gleich das Ende der Welt.
Ich hatte lauter gute Ratschläge. Für jeden und alles, aber nie für mich.
Mein junges Ich war oft sehr fröhlich und dann urplötzlich ging es ins Bodenlose.
Ich habe heute viel über Freundschaft und Verrat gelesen.
Immer war ich diejenige die den Menschen hinterher gerannt ist, die dachte sie gäbe ständig und bekäme nichts zurück.
Hat sich jemand mal nicht bei mir gemeldet, war das mein Untergang.
Ich sagte ja bereits, alles zu dramatisch und zu übertrieben.
Themen wie Freundschaft und Liebe sind für mich heute nicht fremd.
Aber der Blickwinkel hat sich geändert.
In so vielem bin ich bis heute nicht "richtig" erwachsen, aber in diesen Sachen, bin ich reifer geworden und denke heute anders darüber.
Was mich früher aufgeregt oder traurig gemacht hatte, fällt mir heute oft so gar nicht auf.
Das Leben geht voran, man ist ständig mit neuen schwerwiegenden Problemen beschäftigt und da geht das unter.
Jetzt bin auch ich es, die sich eine Woche nicht mehr meldet.
Davon geht die Welt nicht unter.
Aber ich muss auch sagen, ich finde nicht alles schlecht an meinem alten Ich.
Ich war damals irgendwie optimistischer. Vielleicht weil ich damals noch keine richtige Ahnung davon hatte, das dass Leben nie so läuft wie man sich das erwünscht.
Diese jugendliche Naivität würde mir heut zu Tage auch mal gut tun.
Ich habe immer den Blick in die Zukunft, überlege mir drei mal was mein Verhalten für Konsequenzen mit sich ziehen könnte.
Kaum ist Zeit für Spontanität. Das ist irgendwie traurig.
Außerdem wusste mein junges Ich wie man mit Worten die Leute begeistern oder zu einer Gefühlsregung jeglicher Art, bringen konnte.
Das fehlt mir. Früher ging mir das ganz locker von der Hand und jetzt muss ich nach den richtigen Worten suchen. Egal ob geschrieben oder gesagt.
Ich blicke nicht zurück, aber ein wenig melancholisch werde ich schon bei dem Gedanken meines früheren Ich's.
So vieles war einfacher. So wenige Entscheidungen mussten getroffen werden. So viele Niederschläge waren noch in weiter Ferne.


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